ZG09110306 - 03.11.2009
Permalink: http://zenit.org/article-18983?l=german

Neue Technologien für Evangelisierung nutzen


Katholische Medienmacher vernetzen sich im Internet


ROM, 3. November 2009 (ZENIT.org).- Der Päpstliche Rat für die sozialen Kommunikationsmittel empfiehlt, die Botschaft der Kirche im digitalen Zeitalter immer wieder sprachlich neu zu verpacken. „Wenn wir die Menschen unserer Zeit, besonders die jungen Leute, die von klein auf mit den neuen Medien umgehen, erreichen wollen, muss die Kommunikation der Kirche mutig in neue Sprachen verpackt werden", zitierte Vatikansprecher Pater Federico Lombardi aus den Stellungnahmen anlässlich der Vollversammlung des Päpstlichen Rates. Dabei müssten die neuen Technologien ebenso berücksichtigt werden wie die geistige Haltung der Menschen heute, meinte Lombardi in der wöchentlichen Sendung „Octava Dies" des Vatikan-Fernsehens.

Kommunikation durchdringe das gesamte Leben der Kirche, die Aktivitäten ihrer Mitglieder, ob der Seelsorger oder der Gläubigen. Am Anfang jeder Betrachtung und jedes Projekts müsse aber die wahre Natur und Sendung der Kirche stehen, das Wort Gottes zu verkünden, und nicht so sehr die Faszination, die die neuen Kommunikationsmittel auslösten. Evangelisierung und Einheit haben, so sagte Lombardi, alle Zeit Priorität in der Kirche. Kommunikation sei ein Schlüssel zu beidem.

Der Vatikansprecher zitierte aus der Abschlussansprache Papst Benedikts XVI. vor dem Päpstlichen Rat für die sozialen Kommunikationsmittel, es sei eine Herausforderung „den Inhalt des Evangeliums unverändert zu lassen, aber ihn gleichzeitig mit Mitteln und Wegen verständlich zu machen, die der derzeitigen Mentalität und heutigen Kulturen angepasst seien." Im globalen Dorf, erklärte Lombardi, müssten die neuen Technologien und Mediensprachen mit aller Hingabe und Verstand genutzt werden, die der Überzeugung entspringen, eine wertvolle Botschaft verbreiten zu müssen. „Solch eine unerschöpfliche und schöne Botschaft, dass es zu jedem neuen kreativen Ausdruck inspirieren kann und jeder neuen Sprache eine Würde verleiht", erklärte der Jesuitenpater.

Der Päpstliche Rat hat seine Würdigung der neuen Medien mit der Eröffnung eines Internet-Portals aktuell in die Praxis umgesetzt. Darunter können Informationen über die katholischen Medien weltweit gesammelt und abgerufen werden. Unter der Domain www.intermirifica.net sind Internetnutzer dazu aufgerufen, nach dem Prinzip von Wikipedia Informationen zu ergänzen und so mit anderen zu teilen.

Es funktioniert zugleich wie eine Suchmaschine für Radio- und Fernsehstationen sowie Produktionsfirmen und soll die Kommunikation unter den katholischen Journalisten zugunsten eines Austauschs über Ideen und gemeinsame Projekte erleichtern. Angestrebt wird am Ende eine Art Brachenbuch der katholischen Massenmedien. Das Portal startet zunächst in spanischer Sprache und wird schrittweise in Englisch, Französisch und Portugiesisch übersetzt. Es ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen SIGNIS, der katholischen Weltorganisation für Kommunikation, und CELAM, der Konferenz der Bischöfe Lateinamerikas. (mk)


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